Das Ende einer Reise

Rückblick:

Unser Weg zum Boot auf den Faröer Inseln beginnt wie er geendet hat, mit dem Daumen nach oben. Damit wollen wir nicht unbedingt unsere positive Stimmung ausdrücken, wir sind aufgeregt und auch etwas angespannt in welchem Zustand sich das Boot wohl befindet, viel mehr warten wir mit unserem ganzen Gepäck am Straßenrand auf eine Mitfahrgelenheit. Der Flughafen hier in Vàgar ist überschaubar um es optimistisch auszudrücken, und so hoffen wir von einem der wenigen Autos mitgenommen zu werden, die sich auf den Weg Richtung Torshavn, der Hauptstadt machen. Und schon das dritte winkt uns zu, ein Rastaman steigt aus und hilft uns mit dem Gepäck. Er und seine Freundin, ebenfalls zumindest optisch ein karibische Frohnatur, kamen über ein kirchliches Programm vor Jahrzehnten auf die Insel, vor allem Sie drängt es aber in wärmere Regionen, will die Insel bald verlassen. Etwas wehmütig erzählen sie von ihrem Urlaub in Spanien von dem sie gerade zurückkommen, im Radio läuft melancholische, isländische Musik. Da die zwei nicht ganz bis nach Torshavn fahren müssen wir noch zweimal umsteigen bis wir von einer netten Frau direkt zum Hafen, zu Birgirs Norlysid, gebracht werden.

Birgir ist der Mann, den wahrscheinlich jeder kennt der jemals mit einem Schiff hier gelandet ist, ein herzliches, direktes Original, Tausendsassa und Käpitän der Nordlysid (Nordlysid). Letztes Jahr hatte er uns spontan auf sein Schiff, einen alten dänischen Fischkutter eingeladen und wir hatten eine super Zeit mit ihm. Als wir nun ankamen gingen wir unter Deck um ihn zu suchen, allerdings war er gerade mal wieder unterwegs, aber Fischsuppe stand auf dem Tisch. Also warteten wir auf ihn, bis er polternd den Niedergang runterkam und uns auf seine humorvolle Art begrüßte. Wir tauschten ein paar Geschichten aus, der Winter war rauh und stürmisch gewesen in diesem Jahr. Etwas später machten wir uns auf den Weg zu unserem Boot, nahmen die etwas zweistündige Fähre nach Suderoy. Dort angekommen versuchte ich Petur zu erreichen, einen Freund und Einheimischen den wir letztes Jahr in Norwegen kennengelernt hatten und der mit uns ein kurzes Stück gesegelt war. Er war gerade nicht zu Hause, aber sein Haus sein offen und der Schlüssel hinge am Balken in der Küche- Wir hatten schon ganz vergessen wie locker und informell hier die Dinge liefen. Äußerlich stand Shosholoza immer noch auf ihrem Lagerbock, als wir aber den Niedergang aufsperrten kam uns ein leichter Modergeruch entgegen- Putzen war also erstmal angesagt. Die nächsten Tage arbeiteten wir wie die Besessenen das Boot fertig zu kriegen, schrubbten, putzen und ölten bis spät abends. Das Wetter war auf unsere Seite und wir kamen gut voran, nur der Hafenmeister machte uns das Leben leidenschaftlich schwer und zeigte uns deutlich was er von der Seefahrt aus reinem Vergnügen hielt. Am 3. August schließlich kam der Kran und der Werftchef Gudmund half uns wo er auch immer nur konnte um das Boot ins Wasser zu bekommen. Dann wurde der Mast gestellt und das Rigg gecheckt, alle Leinen und Schoten angeschlagen. Den Proviant für die nächsten Tage hatten wir schon an den letzten Tagen eingekauft und verstaut, Wind und Tide standen günstig, wir wollten so bald wie möglich loskommen.

Und so verabschiedeten wir uns von Gudmund, holten uns noch zwei Pizzen und warfen die Leinen los, mit einer leichten Aufregung wieder unterwegs zu sein. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen diesen Ort wieder auf eigenem Kiel zu verlassen, zu tief saß noch der Frust aus dem letzten Jahr über die andauernden Stürme und die Machtlosigkeit gegnüber der Elemente. Aber die Wettergötter schienen Gefallen an unserem kleinen Boot zu haben und wir verließen die Inseln noch in der Dämmerung, Kurs auf die Shetland Inseln. Hier seht ihr wie die Überfahrt war:

Rücktour von den Faröer Inseln

 

 

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