Overwintering on the Faroes

Die Entscheidung ist getroffen: Wir überwintern Shosholoza auf den Faröer!

Die langfristige Wettervorhersage lässt uns keine Chance mehr rechtzeitig wieder nach Kiel zurückzusegeln-zu früh kommt dieses Jahr der Wintereinbruch hier im Nordatlantik. Vor ein paar Tagen hatten wir einen Sturm mit Spitzengeschwindigkeit von 120 Knoten- noch nie haben wir so viel Wind erlebt. Glücklicherweise lagen wir im Hafen, neben uns ist ein 40-Fuß Container der mit Mehl beladen war auf eine Statue geflogen, Szenen die wie Seemannsgarn klingen. Wir hatten aber einfach eine geile Zeit hier oben, auch wenn es oft nicht einfach war mit den rauhen Bedingungen in einem kleinen Boot. Wir haben unglaublich tolle Landschaften gesehen, es war oft kalt aber die Farben intensiv. Nach stürmischen Tagen lagen wir lachend in den seltenen Sonnenstrahlen, man lernte die einfachen Dinge des Lebens wieder zu schätzen und zu lieben. Ein heißes Bad in einer Quelle in Island nach einer harten Überfahrt-Das Schnauben von Walen so groß wie unser Boot in totaler Finsternis-Die herzlichen Menschen und die hier so selbstverständlich gelebte Gastfreundschaft-Das gleichmäßige Atmen der Dünung des Nordatlantiks-bleieren Flauten mitten auf See umgeben von Seevögeln-Die schiere Gewalt der Stürme hier-Alles Momente die wir nicht vergessen werden!

Das Schiff wurde vor ein paar Tagen aus dem Wasser gehoben. Fest verzerrt wartet es nun auf den nächsten Sommer.Wir kommen wieder-können es kaum erwarten!

Hier geht’s zum letzten VIDEO dieser Saison!

Danke für eure Unterstützung-

Theresa & Nico

 

 

 

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Oft wurden wir in letzter Zeit gefragt ob es nicht leichtsinnig oder gar gefährlich wäre mit so einem kleinen Boot und ohne Motor zu Segeln. Dazu möchte ich ein Zitat anfügen, das meinem Verständnis von Seemannschaft sehr nahe kommt :

“Was für den Anfänger gute Seemannschaft ist, erweist sich für den erfahrenen Hochseesegler und ein wahrhaft seetüchtiges Boot häufig als überzogen. Gute Seemannschaft darf kein dogmatisch fixierter, für alle Segler und Bootstypen gleichermaßen gültiger Kodex von Ver- und Geboten sein.

Der Begriff sollte nicht von den Angstkriterien Zaghafter bestimmt und von den möglichen Unzulänglichkeiten ungeeigneter Boote eingeengt werden. Viele derjenigen Experten, die mit der Zunge Maßstäbe zu setzen versuchen, und die Einstellung der Segler bewußt oder unbewußt manipulieren, erzeugen ein Klima der Frustration und Ängstlichkeit. Sie verunglimpfen nach dem Motto: was jenseits meiner Möglichkeiten und Fähigkeiten liegt, ist sowieso Wahnsinn, Hasardeurtum, einfach unseemännisch! […]

Gute Seemannschaft muß zu einem in seinen Maßstäben variablen Begriff werden, der ganz unterschiedliches, individuelles Leistungsvermögen von Schiffern, Crews und Booten in Rechnung stellt. Man kann doch nicht den Ostsee-Küstensegler oder denjenigen, der auf der Passatroute Wassercamping treibt, mit sportlichem Langstrecken- Hochseesegeln in einem Atemzug nennen.

Das wäre das gleiche, als wenn man das Tun der Eiger-Nordwand oder Mount Everest-Bezwinger mit dem Alpenwandern der Familie Krause unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit auf gleiche Stufe stellen würde. Antiquierte Kriterien »Guter Seemannschaft« müssen endlich aufhören, besonders was Fahrtgebiete, Wetterlagen, Jahreszeiten, Bootstypen und Crewstärke anbetrifft, ein Hemmschuh für Neues und Unbekanntes zu sein.

Denn Seetüchtigkeit, Ausrüstung und somit Sicherheit unserer Boote haben sich in den letzten 20 Jahren explosionsartig verbessert. Erst dann, wenn von unseren Segelsportjournalisten, Vereinsvorständen und Preis-Juroren die Meßlatte guter Seemannschaft nicht mehr engstirnig angelegt wird, kann es zu der notwendigen Umkehr von einer Entwicklung kommen, die heute auf Speck ansetzenden Boots-Tourismus zusteuert.

Man könnte soweit gehen zu behaupten, daß zu einem Unternehmen, das den Namen Seefahrt ernstlich verdient, ein hohes Sicherheitsrisiko gehört, dass gute Seemannschaft sich einzig und allein im Rückblick durch die sichere Durchführung einer Reise beweist. Die Frage, ob eine seglerische Zielsetzung vertretbar oder unvertretbar sei, darf in keinem Fall unter ängstlicher Berücksichtigung aller bekannten Gefahren, welche die Tradition gesammelt und katalogisiert hat, präjudiziert werden. […]” (Reimer Böttger, 1988)

 

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