Schäre, Stein, Motor

Schon vor einigen Tagen sind wir in Göteborg angekommen. Wir haben dort Imke, eine Freundin aus Kiel besucht, die momentan dort ihren Master macht. Unser Liegeplätze war mitten in der Stadt, direkt an der Oper-perfekt um von dort aus loszuziehen und die Stadt zu erkunden. Montag Nacht hat uns dann Theresas Bruder Tommy mit seinem Akkordeon zurück Richtung Deutschland verlassen.

Als wir dann am Mittwoch weiter nach Frederikstadt in Norwegen weitersagen wollten ist es dann passiert. Nachdem wir gerade die Leinen beim Ablegen losgeworden hatten, verliert der Motor an Leistung und stirbt ab. Mit Restschwung können wir uns an die nächste Pier verholen und machen dort fest. Die Versuche den Motor zu starten sind erfolglos und so beginnen wir mit der Fehlersuche. Wir Checkliste die Treibstoffzufuhr und lassen den Tankinhalt komplett einmal aus-eine schöne Sauerei. Danach spülen wir den Tank durch, bauen alle Treibstoffleitungen ab und reinigen diese, außerdem wechseln wir den Treibstofffilter und pusten den Luftfilter frei von Dreck. Die Laune ist anfangs logischerweise nicht gerade besonders blumig-statt auf See bei bestem Wetter Richtung Norden zu rauschen hängen wir Öl- und Dieselverklebt im Boot. Zum Glück steht uns Lutz mit guten Tipps per Telefon zu Seite, und so nehmen wir mit ihm als virtuellen dritten Mann den Motor Stück für Stück auseinander. Langsam wird klar, dass wir kein ganz triviales Problem haben und nachdem wir den Zylinderkopf abgebaut haben sind wir mit unserem Latein am Ende. Am nächsten Morgen frühstücken wir bei Imke in der Wohnung und telefonieren alle Volvo-Penta Spezialisten in Göteborg durch. Da Volvo seinen Hauptsitz hier hat sind das nicht gerade wenig, aber alle sind auf Wochen wenn nicht Monate ausgebucht, in Schweden startet gerade eben die Segelsaison. Ironischerweise wurde unser Motor vor über 45 Jahren nur 3 Kilometer von dem Ort an dem das Boot jetzt liegt hergestellt, man sollte meinen es gibt keinen besserer Stadt auf der Welt um einen Motorschaden mit einem Volvo zu haben. Und so haben wir Glück, und über Ecken bekommen wir die Nummer von Uwe,  einem Deutschen der Seit einigen Jahren in Göteborg lebt und sich mit alten Motoren auskennt. Am nächsten Abend steht dieser schon bei uns an Bord, eigentlich habe er schon Feierabend aber er wäre gerade um die Ecke gewesen grummelt er. Nachdem er sich die Maschine angeschaut hat, gibt er uns eine Adresse, an der wir den Zylinderkopf checken lassen können und verspricht am Montag wieder zu kommen. Da wir am Wochenende Nichts mehr erreichen können, beschließen wir das Wochenende die Schären rund um Göteborg zu erkunden und legen ab. Nur ein paar Meilen außerhalb der Stadt finden wir eine wunderschöne kleine Schäreninsel und werfen Anker. Die Insel misst nur 400 Meter im Durchmesser und ist voller Vögel die laut ihre Brutstätte verteidigen. Als wir mit unserem Bananaboot-unserem faltbaren Beiboot- an Land rudern, finden wir viele volle Nester. Da wir uns nicht sicher sind, ob die Vögel selten sind oder unter Schutz stehen lassen wir die Sache mit dem Rührei. Am Sonntag Abend dann fahren wir nach Långedrag, ein Hafen direkt vor den Toren Göteborgs und kreuzen unter Segeln in den engen Hafen. Hier können wir kostenlos direkt an einer Werft liegen und von hier aus die Motorreparatur organisieren.

 

Wie es weitergeht? Tja,  das wissen wir auch erst die nächsten Tage wenn der Zylinderkopf gecheckt wurde- es bleibt spannend! 😉 Falls der Motor sich als Totalschaden entpuppen sollte, oder die Kosten für die Reparatur einfach zu hoch sind ist unser Entschluss schon gefasst: Wir wollen trotzdem nach Island, dann halt nur unter Segeln, wenn auch mit leicht geänderter Route. Aber noch haben wir Hoffnung, dass wir den alten Jockel wieder zum Laufen kriegen!

Göteborg

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