Atlantic Crossing Numero Uno

Wir melden uns mal wieder aus der bodenlos tiefen Versenkung! Man muss schon recht weit in die Vergangenheit zurücklinsen um hier den letzten Logbucheintrag zu finden. Es war Sommer in Kiel, mit beiden Armen steckten wir in den Vorbereitungen des Bootes. Laminieren, schleifen, streichen und schrauben waren die ständig rotierenden Beschäftigungen die uns auf Trab hielten. Das Boot, innen immer noch leer und kahl wie das Wartezimmer einer Arztpraxis musste auf seine Zeit warten, erst war das Unterwasserschiff fällig. Nun ist aber viel Zeit vergangen, was ist denn alles passiert und vorallem, ist das Boot denn jetzt startklar?

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Die zweite Frage lässt sich mit einem klaren Nein beantworten, viel Arbeit steht noch bevor aber eins nach dem anderen. Neben der Arbeit am Boot hat Moritz viele Segelstunden am Uni-Segelzentrum gegeben und einen Törn nach Schweden gefahren. Ich bin nach Semesterende dem Ruf der Berge gefolgt und habe meinen Paragliding Pilotenschein in den Dolomiten gemacht. Nun wandert ein weiteres Tuch auf Shosholoza, eine Art multifunktionaler Ersatzspinnaker. Danach ging schon das nächste Projekt los: Bachelorarbeit über kleine Wirbel im Ozean, die man vor einiger Zeit im Ozean entdeckt hatte. Also hieß es Bude in Kiel zwischenvermieten, Rucksack packen und auf nach Geesthacht. Diese kleine Stadt von der ich zuvor noch nie gehört hatte bietet außer einem großen Forschungsinstitut für Küsten- und Materialforschung original gar nichts. Dort angekommen öffnete ich meine Rucksack in einem WG-Haus mitten im Wald in einer alten Nervenheilanstalt, wo ich die nächsten Wochen mit einigen Brasilianern und einem Portugiesen zusammenwohnte. Mein nicht-existentes spanisch reicht nach dieser Zeit nun aus um einen durchschnitlichen südamerikanischen Proleten zu mimen, auch das exzessive Barsilian Barbeque werde ich nicht so schnell vergessen. Die Zeit zog in großen Schritten weiter, die Abgabe der Arbeit stand vor der Tür. Nach einigen Nachtschichten im Institut war ein Ende in greifbarer Nähe. Danach hieß es wieder Rucksack schultern und zurück nach Kiel, drei Tage später ging der Flieger nach Las Palmas auf Gran Canaria. Dort wartete am Steg eine Swan 441 die in die Karibik gesegelt werden sollte. Und so lösten wir nach einigen Tagen der Vorbereitung die Leinen auf der spanischen Insel. Das Gefühl über eine Startlinie zu fahren, mit dem Wissen im Hinterkopf dass über 2700 Seemeilen vor einem liegen unterscheidet sich in keinster Weise von dem Start zu einer Kurzstreckenwettfahrt. Man realisiert das Vorhaben erst viel später, das Land ist dann schon längst am Horizont verschwunden. Mit kräftigen achterlichen Wind querten wir also die Linie und fuhren zunächst einen ziemlichen südlichen Kurs um der Abdeckung der kanarischen Inseln zu entkommen, die sich dort viele Meilen erstreckt. Schon drei Stunden nach dem Start riss das Großsegel in einer Halse mitten durch. Fluchend borgen wir das nun zweigeteilte Segel und zerrten das Reservegroß an Deck. Nach kurzer Zeit war das Segel angeschlagen und wir konnten wieder gute Geschwindigkeit fahren. Trotz allem fanden wir uns im hinteren Teil der Flotte wieder. Jetzt waren die Inseln passiert und wir schwenkten auf einen westlichen Kurs ein, die Position des Azorenhochs erlaubte eine Positionierung nahe der Großkreisroute. Doch die nächsten Probleme ließen nicht lange auf sich warten: So verabschiedete sich ein Achterholer und auch der Spibaum aus Karbon quittierte seinen Dienst mit einem kernigen Knall.

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So kürzten wir ihn mit der Säge ein und montierten den Beschlag neu, verstärkten und übermantelten alle stark beanspruchten Stellen des Tauwerks. Wir groovten uns so langsam ein, jeder fand seinen Rythmus zwischen den Wachen, dem Kochen, Schlafen und Reparieren. Meile um Meile spulten wir in unserem Kielwasser ab, arbeiteten uns langsam im Ranking nach vorne. Mitten am Tag zeichnete sich plötzlich ein Wal am Horizont ab der an der Wasseroberfläche trieb. Beim Näherkommen entpuppte sich dieser sich allerdings als blaues, verlassenes Fischerboot, wie sie an der marokkanischen und Afrikanischen Küste anzutreffen sind. Wir halsten um ihm näher zu kommen, alle standen gespannt an der Reling. Waren Flüchtlinge oder dehydrierte Schiffbrüchige an Bord? In solchen Momenten geht die Phantasie mit einem durch, aber außer vielen schwarzen Mülltüten was das Boot leer. Mit einem seltsamen Gefühl segelten wir weiter, gaben die Position des treibenden Bootes an die Wettfahrtleitung durch. Einige Tage später, wir standen nun an 6. Position kreuzten wir den Kurs eines unserer stärksten Konkurrenten, einer nagelneue SunFast3600. Es entwickelte sich ein irres Matchrace über die nächsten Tage, tausend Meilen von Land weg. Während all der Zeit wurden wir von fliegenden Fischen begleitet, die oft auch an Deck landeten, manchmal begleiteten uns Delphine über einige Zeit, vollführten ihre Sprünge vor unserem Bug. Einige Zeit später entwickelte sich eine Schwachwindzone von den Kap Verdischen Inseln die sich zügig nach Westen ausbreitete. Wir mussten halsen, fuhren einige Zeit etwas weiter Richtung Süden um nicht in ihre Umklammerung zu geraten. Der Schlag zahlte sich aus, Meile um Meile holten wir auf die vorderen Boote aus, preschten auf den 4. Platz vor. Wir waren wieder da und wir hatten Blut geleckt. Die nächsten Tage rutschten wir unter Spinnaker die Wellen runter, ja fingen fast an die sogenannten Squalls, große Regenwolken die ordentliche Böen und Winddreher mit sich mitbringen zu suchen. Unsere hohe Durchschnittsgeschwindigkeit hatte aber den Nachteil das wir einen Fisch nach dem anderen an der Angel verloren. Bei 9-10 Knoten konnten wir keinen einzigen Fang an Deck hieven. Die letzten 100 Meilen standen bevor und in einem spannenden Schlussspurt griffen wir nach einem Podiumsplatz. Und es klappt: Wir übernahmen den dritten Platz und gaben ihn nicht wieder ab. Mitten in der Nacht rutschten wir in Rodney Bay auf St. Lucia über die Ziellinie. „This ARC-Race Control, you have just crossed the finishing line. Congratulations, you made it Guys! Welcome to St. Lucia!“.

 

 

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Logbuch:

Hey Friends!

Our crossing started with the gun of the naval start vessel “Tornado”.
We were late on the line, but had a clear start.
The wind was blowing from N-NE direction with 20-25kn, so good sailing conditions along the coast of Gran Canaria.
Unfortunately our masinsail got ripped apart in a gijbe, so we had to put it down and hoist the second replace main.
Despite the fact that all hands were on deck, this replacement took us over an hour and cost us some miles.
The waves are quite impressive with over 3m hight, so we are surfing down with top speeds over 14kn. Jieah!
Right now the wind is picking up for the next hours as we cross the area between GC and Tenerife, were the wind is accelerating on about 35kn.
The mood on board is good, we are slowling getting used to the conditions out here.
So, I have tto stop writing here.
Heyho!
It’s 5:48 in the morning, so it’s time for a update  as we are nearly 48h at sea. We put the fishing rod in for the first time yesterday, but the first fish we got was acctually not caught by fault. Edda was steering the boat as a wave was washing over the deck. When the water dissappeared, a small fish was laying in the cockpit. Unfortunately it was to small to eat…Afterwards we saw some dolphins and a sea turtle relaxing in the sun.
From the tracker on the ARC homepage you might have noticed that we had some problems driving a straight line.
Here is the story: We were sailing with the big spinnaker to get some miles on the rest of the fleet as we broached in a wave. Due to the high loads on the mainsail, the clew from the maiinsheet broke, and we lost it. The boom was out of control. But we were lucky in some way, as Jannie could catch the line pretty quickly. Afterwards we took the big spinnaker down. Some hours later the next problem was accuring: We were driving under the small spinnaker with 9kn. Suddenly there was a big bang, the guy (line, which is attached to the spinnaker) broke. Therefore the sail was out of control and a hole was ripped in our favourite sail. We took it down and reapaired both, the sail and the guy. As you can see we have a lot of damages on the boat, so we decided not to push harder as the race is on for two more weeks. Some hours later the wind was dropping to 15kn to we hoisted the spinnaker again to keep the boat moving in the waves. Right now the wind is picking up to 25kn+ and were are making good process, we have a full moon shining onto the ocean.  Now its time for some needed sleep, see you tomorrow!

Cheers from th whole crew 🙂

Dear family, friends and followers of Best Buddies!

First of all thank for your supportive messages.

Today it is my turn to share some experiences as so called “roomservice”. Since we have a rotating watch system, everybody has the honour to prepare the food and clean the boat from inside. So how does that work? Its like dancing like a drunk person with hot beverages and food. To make things better a good advice is to put some water on the floor, otherwise its hard to get the groove. On this trip we agreed on six meals per day – breakfast (8:00), snack (11:00), lunch (14:00), afternoon snack (16:00), dinner (18:00) and a mid-night snack (24:00), which is pretty much the reason that the roomservice person is watch free. As I am writing this I am thinking about the afternoon snack (we still have fruits) and upstairs our first squall has been spotted. We are currently using the Parasailor (like a spinnaker but more stable to sail.) So to mix things up one is always required to put on the lifevest and help with the sail changes.

Otherwise we tried to keep the damage list short. The tear in our small Spinnaker has been fixed and also spinnaker boom which was not working properly is fixed.

A highlight today was Nico almost! catched a fish.

Night is rising and we are cruising on G4 and Main with speeds between 7 and 9 kts in winds of 20 -25 kts (fantastic sailing)

/best jannie

Dear family and friends,

we are just 100 h at sea and are about to sail less than 2000 nm to saint lucia. Our average speed towards the finish is 7.7 kts, which we are pretty happy about. So far our expectations have been different – we did not expect so much trouble and work to get forward. Today we sailed some hours with a genoa 4 on the spinnaker boom. Unfortunately the exercise ended in a squall with gusts up to 35 kts and a broken spinnaker boom (luckily we have two). So we ended up shortening the spinnaker boom about 20-30 cm and sailed a while with the small spinnaker (surfs up to 14 kts. – yeah!). Due to another squall arriving and our previous negative experience sailing spinnaker during nights and due to heavy swells we are now just on G4 and full main making about 6.5 – 9 kts.

We could finally solve the mystery about the missing beer. Some digging under Nicos bed led to the treasure, and even our track through the water is less straight any more, the mood onboard is good!
We are all excited and curious about what will break next, keeping the fingers crossed its not the mast.
All other things can be fixed for sure.

Hey People!

We had an terrible night yesterday, the worst one we had yet for sure.
After we had big gains after our difficult start on the northern route, it was time to sail more south, as a high pressure ridge was forming in the northern part of our track.
But sometimes the elements are against you, or as the scotish people say: ‘If it rains, it pours”.
Due to heavy squalls and wind shifts of 360Degree we were not able to go south as we wanted (black line). We sail three full circles in the middle of the night (red area in the picture), often loosing a little bit  the orientation in the pitch black night. So we lost two places, now being 5th again, as we made only abaout 100 nautical miles in 24 hours. We’re recovering a bit right now, trying to go south west as fast as possible to catch up again. A funny thing was showering in the middle of the night, when it was raining really hard. After shouting “We need the shampoo here immediately!!”, three of us enjoyed the first shower since the start in the cockpit 🙂
In the end we are trying to keep motivated, and try to catch up again with the front of the fleet.

Cheers-

Your tired BB-Crew

Dear all,

we just need to sail less than 650 nm. A distance which doesn’t seem to be too long compared to what we have sailed. This morning we put back up the parasailor and now we are on direct course to St. Lucia. We are eager to ‘catch up’ with the Swan 46 “Milanto”, which is 24nm behind us. But as we are sailing with a time correction factor (like a handicap), we have to be about 30nm in front to beat them. Today sad news about a boat sinking was brought to us by the race control. Luckily the crew was rescued fairly quickly by a cargo vessel, the whole crew is well. They don’t know yet what caused the boat to take water. But don’t worry about us, we have a solid boat. The only water in it comes from us, sweating like hell under the heat of the day. Just now, the wind picked up to 22kn, we are making good  progress. We will see what morning brings to us!

Stay tuned-

Your BB

Salut Friends!
It sounds and feels a little bit crazy to us, but we nearly made it over the atlantic. Only 240 miles are separating us from a hopefully beautiful island, beaches and some nice drinks. But to be honest most important:  a shower. I’m sure our boat would be an intresting place to test deodorants, and even we are showering with saltwater every couple of days, we might not smell as a virgin bright. But luckily nobody is noticing, as everbody  is a little bit smelly. A couple of days ago, we were thrown back to 6. place, but the last days we were chasing down the boats in front of us, now being 4. place with a comfortable distance to the boats behind us. Now we are aiming for  a podium place, but this is a hard battle, as “Quoka”, the boat in front of us is also pushing for the finish. Right now, we have only very little tactical options in the weather forecast, as the wind field is pretty consistent over the whole course.  So our plan is to cover the boats behind us while going fast on a direct course to the finish. Apart from racing, we had three big strikes today on the fishing rod, but we weren’t able to get the fish in, we were simply to fast. A book about sailing over atlantic says “…you may have to slow the boat to get the fish in“. Haha jeah, thanks for the tip, Guys!

See you tomorrow!

 

 

6.place drawing circles

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