Überführung Svendborg – Kiel

Seit unserem letzten Besuch in Thuro ist die Zeit wie im Flug vergangen, es gab viel zu organisieren, das Geld aufzutreiben und uns Jobs für den Sommer zu suchen. Moritz & ich arbeiten beide beim Segelzentrum der Uni in Kiel, der wahrscheinlich beste Studentenjob der Welt! Außerdem wollte ich noch nebenher Portern und Proviantieren, also am Kieler Hafen Kreuzfahrtschiffe entladen und die Provianträume füllen. Ein echter Hafenjob, danach hockt man sich mal wieder gerne in die Uni.

Nachdem die ganzen finanziellen Dinge geklärt waren, vereinbarten wir mit den alten Eignern einen Termin um das Schiff endlich nach Kiel zu überführen. Der Termin fiel auf den 17.04 und so mieteten wir uns einen Sprinter um das ganze Bootszubehör und den Winterlagerblock nach Kiel zu bringen. Blöderweise hatte der Sprinter aber nur drei Sitze, die Zusatzsitze musste man extra buchen und natürlich auch bezahlen. Dafür fehlte uns schlicht und einfach die Kohle. So fuhren wir mit sechs Leuten gen Norden, drei davon durften wie Flüchtlinge im Laderaum mitfahren. Das konnte ja lustig werden. Und wurde es auch – mit Ukulele, Schlafsäcken und singen verging die Fahrt ziemlich fix. Angekommen in Thuro nahmen wir das Boot im Empfang. Aufgeriggt stand es direkt am Privatsteg und ruckte in seinen Festmachern. Auch der Motor sprang sofort an, Rasmus schien uns gewogen zu sein. Eine wahre Freude war es auch auf Conny – die Frau des Eigners –  wieder zu treffen. Auf die Frage ob wir nach der Fahrt mal kurz das Klo benutzen dürften verneinte sie diese. Wir hätten ja jetzt ein eigenes Klo auf dem Boot. Alles klar – so sieht offenbar dänische Gastfreundschaft aus.

Während Jenny gleich wieder mit dem vollgeladenen Bus zurück nach Kiel fuhr um ihn abzugeben richteten wir uns erstmal zu fünft auf dem Boot ein. Sofort wurde der Nachteil eines so eleganten Sparkman & Stephans Riss´ klar: Echt wenig Platz unter Deck! Aber dafür sollten die Segeleigenschaften umso fabelhafter sein.

Und das wurde auf ganzer Linie bestätigt! Ausgewogen liegt Shosholoza auf dem Ruder, praktisch ohne Ruderdruck zieht sie ihre Bahnen durch die Wellen. Durch das V-förmige durchgezogene Unterwasserschiff stampft sie sich auch in steiler Ostseewelle nicht fest, sondern marschiert einfach durch.

So verläuft die Überführung bei bestem Wetter ziemlich entspannt – wir sind alle richtig in Urlaubsstimmung und würden am Liebsten sofort weitersegeln.

In Kiel war aber erst mal Schluss, im Hafen der Holtenauer Schleuse machten wir die Leinen fest.

Vorerst.

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